[Rezension] Der Junge im gestreiften Pyjama-von John Boyne

[Rezension] Der Junge im gestreiften Pyjama-von John Boyne

 

[Rezension]

 

Der Junge im gestreiften Pyjama- von John Boyne

 

Die Geschichte von „der Junge im gestreiften Pyjama“ ist schwer zu beschreiben. Normalerweise geben wir an dieser Stelle ein paar Hinweise auf den Inhalt, aber bei diesem Buch- so glauben wir- ist es besser, wenn man vorher nicht weiß, worum es geht. Wer zu lesen beginnt, begibt sich auf eine Reise mit dem neunjährigen Jungen namens Bruno. (Und doch ist es kein Buch für Neunjährige.) Früher oder später kommt er mit Bruno an einen Zaun. Zäune wie dieser existieren auf der ganzen Welt.

[Seite 1]

 

Vorab:

Seit meiner Jugend habe ich mich sehr viel mit dem Thema Holocaust, Konzentrationslager und allem was damit zu tun hat beschäftigt. Mit der Schule habe ich damals ein KZ in Strutthof besucht. Dieser Besuch war sehr emotional. Seither hat mich dieses Drama nichtmehr losgelassen. Für mich unvorstellbar, wie Menschen so schreckliche und unaussprechliche Dinge tun konnten.

Als ich diese Schullektüre im Buchladen meines Vertrauens gesehen habe, wusste ich mehr oder weniger um was es ging. Daher war schnell klar, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss.

 

Zum Buch:

Es ist Samstagnacht 2:00 Uhr und ich liege im Bett und lese das letzte Kapitel von „Der Junge im gestreiften Pyjama“. Meine Hoffnung auf ein Happy End schwindet von Seite zu Seite. Doch ich hätte mir im Vorhinein im Klaren sein müssen, das es sowas wie ein Happy End in dieser Geschichte nicht geben wird. Genauso, wie es für so unfassbar viele Menschen in der damaligen Holocaust Zeit kein Happy End gab.

Normalerweise brauche ich ein paar Tage, bis ich eine Rezension über ein Buch schreibe. Zuerst will ich es verdauen, verarbeiten und mir Gedanken darüber machen.
Mit „Der Junge im gestreiften Pyjama“ ist es eine andere Sache. Ich habe mir am nächsten Tag direkt den Film angesehen und ich musste darüber schreiben- und zwar sofort.

Ich möchte eigentlich nicht so viel über den Inhalt reden. Nicht umsonst findet man keinen Klappentext auf der Rückseite. Dennoch möchte ich gerne meine Gedanken, Gefühle und Emotionen teilen, die in mir beim Lesen entstanden sind.

Zunächst einmal hat mir der Autor die krasseste Gänsehaut beschert, die ich jemals hatte.
Mich holt das Buch auf ganz unterschiedlichen Ebenen ab. Es hat- jedenfalls für mich- verschiedene Aussagen und unterschiedliche Messanges.

In diesem Buch geht es um zwei Jungs- dessen Freundschaft etwas ganz Besonderes ist.
Kinder sind so unglaublich naiv. Und das macht sie zu so sozialen Wesen. Niemand wird grundsätzlich böse geboren, oder kommt mit Vorurteilen zur Welt. Kinder sind offen für jeden, egal woher er kommt. Egal welche Religion. Egal in welcher gesellschaftliche Schicht er lebt. Und diese soziale Kompetenz ist so schützenswert- und unbedingt förderlich.
Daher ist es gerade für mich als Erzieherin so wichtig, Kindern vorurteilsfreie Werte und Erziehung zu vermitteln.

 

Zudem wurde mir klar, dass es Zäune und Grenzen, die verschiedene Menschen voneinander trennen sollen immer geben wird. Es werden immer mehr Zäune und Mauern errichtet. Die Kunst ist es trotz dieser Grenzen offen für andere Menschen, Kulturen oder Religionen zu sein. Das damalige Problem ist heutzutage präsenter denn je.

Die Geschichte über den Holocaust, den Krieg, die schlimmen Verbrechen und den Menschenhass, darf niemals in Vergessenheit geraten. Es ist ein Kapitel der Menschheit, das zeigt zu welch grausamen Dingen fanatische Menschen fähig sind. Daher empfehle ich dieses Buch einfach jedem- egal ob man mit der damaligen Zeit etwas anfangen kann oder nicht. Es öffnet Augen und macht die heutige Lage in manchen Ländern dieser Erde bewusst. Solange es Menschen gibt, gibt es auch Menschenhass.

 

5/5 Sterne

 

Randnotiz:

Wie schon erwähnt, gibt es zum Buch den passenden Film. Ich habe zuerst das Buch gelesen- was ich nur empfehlen kann. Der Film ist zwar eigentlich identisch zum Buch, aber Bücher verleihen mir immer mehr Emotionen.

Am 24.08.2017 ist ein neues Buch des Autors erschienen. Es geht um einen Jungen, der nach dem Tod seiner Eltern von seiner Tante großgezogen wird. Diese Tante arbeitet auf dem Berghof- Adolf Hitlers Sommerresidenz.

 

xo Aline

 

 

Titel: Der Junge im gestreiften Pyjama
Autor: John Boyne
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 288 Seiten
Erscheinungsdatum: 01.03.2009
ISBN: 978-3-596-80683-6
Verlag: Fischerverlag
Übersetzer: Brigitte Jakobeit
Altersempfehlung: Ab 13 Jahren
Preis: 9,30€



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.