[REZENSION: Was ist schon normal? SPINSTER GIRLS von Holly Bourne]

[REZENSION: Was ist schon normal? SPINSTER GIRLS von Holly Bourne]

//kostenloses Rezensionsexemplar//

Wir sind stark, wir lassen uns nichts sagen und küssen trotzdem. Wir sind die Spinster Girls! Alles, was Evie will, ist normal zu sein. Und sie ist schon ziemlich nah dran, denn immerhin geht sie wieder zur Schule, auf Partys und hat sogar ein Date. Letzteres entpuppt sich zwar als absolutes Desaster, dafür aber lernt sie dadurch Amber und Lottie kennen, mit denen sie den Spinster Club gründet. Doch schafft sie es auch, mit ihren neuen Freundinnen über ihre Krankheit zu sprechen?

[Klappentext]


 

Evie, meine kleine Kämpferin.
Wieso habe ich dich nicht schon so viel früher kennen gelernt?

Jugendbücher, die so viel mehr sind als reine Unterhaltung. Holly Bourne hat es geschafft wichtige Themen, in ein liebevoll gestaltetes Setting zu packen. Witzig, tiefgründig und doch so leicht.

Themen wie psychische Störungen, Selbstbewusstsein und Feminismus.
Sexualität und Freundschaft.
Ein Buch, dass ich mir so sehr für meine Jugend gewünscht hätte.

Eine Frage begleitet mich, seit beenden des Buches unentwegt: Wer entscheidet eigentlich, was ‚normal‘ sein heißt? An welchen Normen, Werten oder Merkmale wird es gemessen und festgestellt? Wie viel Spielraum gibt es zwischen ‚normal sein‘ und ‚verrückt‘? Ist ‚normalsein‘ das, was jeder anstreben sollte?

Normal klingt für mich nach Max Mustermann. Nach Lieschen Müller von nebenan. Unaufgeregt – klingt nach Durchschnitt.

Evie habe ich jedoch als frech, mutig, intelligent und so stark wahrgenommen. Sie scheut weder vor Wut, Schmerz oder der einfachen Freude. Sie wirkt unglaublich lebendig und glaubwürdig.
Ich konnte mich problemlos in Sie hineinversetzen und litt, freute mich und kämpfte mit ihr.
Evie ist alles andere als ‚normal‘ und das ist auch gut so!

Mein kleines Highlight war definitiv der Spinster Club. Als ‚Spinster Girl‘ wird eine Frau beschrieben, die in heiratsfähigem Alter kinderlos und eben unverheiratet bleibt. Negativ besetzt, im Gegensatz zum so sonnigen Begriff ‚Bachelor‘.
Evie, Amber und Lottie haben sich der Aufgabe gewidmet dem Wort ein neues Image zu verpassen. Ihr Leben auch ohne Mann so gestalten zu können, wie sie es sich immer vorgestellt haben.

Es erinnert daran, wie wichtig es ist, dass Frauen untereinander zueinanderstehen.
Sich nicht bekriegen, sondern füreinander einstehen. Stark und unabhängig sein zu wollen.  Holly Bourne hat Feminismus verdeutlicht. Auf eine Art & Weise die mir so sympathisch ist. Mit Werten, mit denen ich mich identifizieren kann. Mit Argumenten, die ich in die Welt posaunen will. Damit man nicht in eine Schublade gesteckt wird und die Gleichberechtigung in unserer Gesellschaft endlich an realer Wichtigkeit gewinnt.

Evie, aber auch ihren Freundinnen Amber und Lottie sind Charaktere, die wirken. Die Eindruck hinterlassen. Die sich nicht verbiegen. Alle haben ihr eigenes Päckchen zu tragen und meistern den Alltag auf ihre Weise ganz wunderbar.

‚Was ist schon normal?‘ ist ein klassisches Jugendbuch, dass hin und wieder mit ein paar klassischen Klischees spielt. Allerdings durch die großartige Message hinaus sticht!
Ich bin großer Fan des Auftaktes geworden und freue mich auf die beiden anderen Bände der Trilogie.

✰✰✰✰

vier von fünf Sternen

 

Lena


BUCHDETAILS:
Einband: Taschenbuch

Seitenzahl: 416

Erscheinungsdatum: 20.07.2018

ISBN: 978-3-423-71797-7

Verlag: dtv

Übersetzer: Nina Frey

Preis: 10,95 €

 

 



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